Kreuz&Quer-Team

Der offene Erwachsenentreff „Kreuz-und-Quer“ veranstaltet im Jahr ca. vier Angebote für Erwachsene und Familien in ökumenischer Verantwortung.

Dabei engagieren wir uns vor allem im Bereich der Freizeitgestaltung und Geselligkeit, bieten aber auch Vorträge zu aktuellen Fragen des Lebens und des christlichen Glaubens an.

„Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch“ Ausflug zur Grabkapelle auf dem Rotenberg

Bei bestem Frühlingswetter machte sich am Samstag, den 30 April eine kleine Gruppe aus Ruppertshofen mit dem Dorfauto auf den Weg in Richtung Landeshauptstadt: Vor den Toren Stuttgarts ließ König Wilhelm I auf dem Rotenberg, auf dem einstmals die Stammburg der Württembergischen Grafen stand, in den Jahren 1820 bis 1824 für seine verstorbene Ehefrau Königin Katharina eine Grabkapelle errichten.

Vor der Führung konnten sich die Kinder bei einer kleinen Runde durch die Egelseer Heide auf zwei Spielplätzen austoben und somit auch genügend Appetit für das Mittagessen in einem wunderschönen Panoramarestaurant sammeln.

Die Gruppe wurde von der Führerin zusammen mit der „Kirchenmaus Amalie“ – einer kleinen Handpuppe – begrüßt und musste schon an der Eingangstüre das erste Rätsel lösen: Die Kapelle besitzt zwei verborgene Schlüssellöcher, die nach einigem Raten auch gefunden wurden und somit die schwere Türe aufgeschlossen werden konnte.

Im Hauptraum der Kapelle erfuhren die interessierten Kinder von der ehemaligen Burg und dem Leben Königs Wilhem I und seiner Frau Katharina, einer Zarentochter aus Russland. Beide waren im Volk sehr beliebt, da sie im Jahr 1815, dem Jahr ohne Sommer aufgrund eines gewaltigen Vulkanausbruchs in Indonesien, die stärkste Not der Bevölkerung linderten und als Dankbarkeit über die überwundene Hungersnot im Jahr 1818 das erste Volksfest in Bad Cannstatt einführten. Leider starb Königin Katharina schon bald darauf, weshalb der untröstliche König die Grabkapelle, die noch heute eine russisch-orthodoxe Kirche ist, errichten ließ. Neben dieser Geschichte wurde der Alltag der damaligen Zeit lebendig, die Kirchenmaus führte die Gruppe in das Gewölbe und in die Gruft der Kapelle, wo heute noch die steinernen Särge des Königspaares zu sehen sind. Nach so viel Wissen über die Geschichte unserer Heimat konnten sich alle mit einem Eis stärken, bevor die Heimreise angetreten wurde.

Luther - Melanchthon – Brenz –
und das reformatorische Festmahl der Katharina von Bora

Worüber hätten sich die drei berühmten Reformatoren Martin Luther, sein engster Mitarbeiter Philipp Melanchthon und der Württemberger Reformator Johannes Brenz aus Schwäbisch Hall wohl unterhalten, wenn Sie gemeinsam am Tisch von Luthers Frau Käthe zusammengesessen wären? Diese Idee lag dem Abend des reformatorischen Festmahls zugrunde, das das Kreuz und quer Team im evangelischen Pfarrhaus veranstaltete. In verschiedenen Sprechszenen haben die interessierten Gäste einen Einblick in die Themen eines möglichen Tischgesprächs der Reformatoren bekommen: Dass es allein auf den Glauben an Gott ankomme, sich daraus ein Eintreten für Benachteiligte entwickle, die Jugend und das gemeine Volk durch Schulen eine Bildung erfahren müsse und „ein Christenmensch ein freier Herr aller Dinge“ sei – war den disputierenden Männern besonders wichtig. Erstaunt mussten sie zur Kenntnis nehmen, dass auch die Frauen diese Rechte für sich gleichermaßen in Anspruch nehmen. Mit diesen erfundenen Szenen des Tischgesprächs hat der Ditzinger Schuldekan Dr. Andreas Hinz einen humorvollen Zugang zu zentralen Themen der Reformation geschaffen und einen gekonnten Bogen zur heutigen Zeit geschlagen. Dargeboten wurde das Gespräch von Mitarbeitenden der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde – umrahmt durch ein köstliches mittelalterliches Menü mit Graupensuppe, Schweinebraten, Bratäpfel, Lutherbier und kräftigen Rotwein aus der Nähe von Wittenberg. Die Gäste und Mitarbeitende zugleich genossen an der liebevoll gedeckten Festtafel einen sinnlichen und unterhaltsamen Abend.

„Der Wein macht das Herz fröhlich“

Weinprobe mit
Martin und Käthe Luther

Ruppertshofen-Hönig: Die evangelische Kirchengemeinde Ruppertshofen lud zu einer Weinprobe der besonderen Art ein: 

Im Höniger Dorfhaus begrüßten der Beutelsbacher Pfarrer Rainer Köpf und seine Ehefrau Mechthild Köpf als Martin und Käthe Luther die Gäste mit dem Lied „Die beste Zeit im Jahr ist mein“ und entführten die Anwesenden sofort in die Welt des berühmten Reformators. Martin solle den Wein für die Hochzeit seiner Nichte zusammenstellen, was er als bekennender Genussmensch gerne tat: „Wenn Gott den Rheinwein und den Karpfen erschaffen hat, dann darf ich ihn wohl gerne trinken und davon essen,“ soll er gesagt haben. So werden die interessierten Gäste zu wichtigen Stationen des Lebens Martin Luthers mitgenommen und konnten diese sinnlich in Form der Weine genießen: Luthers Hauptwohnort Wittenberg, wo er mit seiner Frau Katharina von Bora im Schwarzen Kloster lebte und täglich bis zu vierzig Gäste bewirtet wurden, konnten die Gäste mit einem vollmundigen Spätburgunder aus der Wittenberger Gegen kennenlernen. Als junger Mönch reiste Martin Luther im Auftrag seines Klosterordens nach Italien, von wo der zweite Wein – ein Lagrein aus dem Südtiroler Kloster Neustift stammte. Auf dem Rückweg hat es sicher auch in unserer Gegend Halt gemacht, weshalb die Gäste einen Württemberger Schillerwein aus der Remstalkellerei ins Glas gefüllt bekamen. Zeitlebens schwärmte Luther von seinem Studienort Erfurt, aus dessen Nähe ein Traminer zur Verkostung kam. Zuletzt durften alle Luthers Lieblingswein, einen Malvasier, eine süße Spätlese aus Rheinhessen in der Nähe von Worms, kosten. Von diesem Wein soll er nach seinem bekannten Auftritt vor dem Kaiser auf dem Wormser Reichstag noch am Abend mehrere Gläser getrunken haben. Im Laufe des Abends wurde so ein Stück Geschichte und die Botschaft Martin Luthers, dass der Mensch allein aus Gnade vor Gott gerecht dastehe, lebendig. Die beiden Hauptakteure des Abends verstanden es gekonnt bei den Gästen das Ehepaar Luther und ihre Zeit lebendig werden zu lassen. Besonders die Gesangseinlagen, die Rainer Köpf mit seinem Akkordeon begleitete, wirken sehr eindrücklich. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ klang ein sowohl lockerer geselliger, wie auch informativ und zuweilen tiefgründiger Abend aus.

Das Kreuz&quer - Team bei der Jahresplanung mit den Herren vom Männervesper

hinten: Rolf Krieg (Männervesperteam), Pfarrer Stephan Schiek, Käthe Brunner

vorne: Mara Rehlinger, Hans Rehlinger (Männervesperteam), Doris Schubert

Zur Zeit besteht unser Team aus vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen (Claudia Bäger, Käthe Brunner, Mara Rehlinger und Doris Schubert) und Pfarrer Stephan Schiek.

Vor jeder Aktion treffen wir uns zu einer Vorbereitung, um wichtige inhaltliche und organisatorische Punkte zu besprechen und die Veranstaltung zu planen.

Darüber hinaus findet einmal im Jahr zusammen mit dem Männervesperteam eine Besprechung zur Jahresplanung statt.