„Wenn ein Fremdling bei dir wohnt …“
Impulsgottesdienst am 08. November 2015

Die Stühle im Feuerwehrhaus reichten kaum aus – so groß war das Interesse am Impulsgottesdienst, zu dem auch zahlreiche Gemeindeglieder aus Täferrot auf Einladung von Pfarrer Friedemann von Keler gekommen waren.

Mit persönlichen Worten begrüßte die Mitarbeiterin Brigitte Stückle die Besucher: „Als ich vor über 30 Jahren aus Franken hierher zog, war ich auch eine Fremde und musste mich in die Sprache und manche Traditionen einfinden. Wie größere Herausforderungen müssen Menschen aus anderen Ländern, die nicht einmal unsere Sprache sprechen, meistern?“

Das Thema Flucht und Vertreibung stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes. In einer eindrücklichen Theaterszene versetzte das Mitarbeiterteam Maria und Joseph, die nach der Geburt Jesu auf der Flucht vor König Herodes waren, in die heutige Zeit: Die beiden wurden von zwei Beamten an der Grenze zu ihrem Zufluchtsland Ägypten abgefangen und nicht als Asylsuchende anerkannt. Nur mit Hilfe eines Schleppers gelang die Flucht in die Sicherheit.

Fluchtgründe, Fluchtwege, das Ankommen der Geflüchteten in Deutschland und die Tatsache, dass Menschen aus anderen Kulturen eine Bereicherung für unser Land sein können, kamen in einer Präsentation zum Ausdruck. Neben Hintergrundinformationen, Einzelschicksalen in Wort und Bild erfuhren die interessierten Zuhörer auch Grundsätze aus der Bibel. Unter den Geboten Gottes gibt es wenige, die dem Schutzgebot gegenüber Fremden und Flüchtlingen an Gewicht und Eindeutigkeit gleich kommen. Im alten Testament steht der Fremde unter dem absoluten Schutz Gottes, im Neuen Testament nehmen wir im Fremden und anderer notleidender Menschen Jesus Christus selbst auf. Sich auf diese Tradition berufend wurden „Mutmacher“ vorgestellt: Menschen und Aktionen die sich für die Geflüchteten einsetzen. So auch die kleinen evangelischen Kirchengemeinden in Griechenland, die Flüchtlinge auf der Balkanroute mit dem Lebensnotwendigsten versorgen. Diesen Gemeinden, die vom Gustav-Adolf-Werk der württembergischen Landeskirche unterstützt werden, kam auch das Opfer des Gottesdienstes zu Gute.

In einem persönlichen Statement warb Pfarrer Stephan Schiek für die Unterstützung der vielen Helfenden in unserem Land: „Ich meine, dass wir aus humanitären Gründen und aufgrund dessen, was uns die Bibel als Grundlage unseres Handelns sagt, gar nicht anders können, als Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, aufzunehmen.“ Damit dies gut vorbereitet und koordiniert geschehen kann, soll in Ruppertshofen und im gesamten Schwäbischen Wald ein „Freundeskreis für Flüchtlinge“ geründet werden. Eine Vorbereitungsgruppe wird sich mit Vertretern des Arbeitskreises Asyl aus Schwäbisch Gmünd noch im November treffen, um den organisatorischen Rahmen abzuklären. Im Dezember soll es einen Informationsabend für die Bevölkerung geben. Wer Interesse hat, kann sich beim Evangelischen Pfarramt oder auf dem Bürgermeisteramt Ruppertshofen melden.

Bei der parallel standfindenden Betreuung beschäftigten sich auch die Kinder mit dem Thema: die Geschichte von der Flucht Marias und Josephs nach Ägypten wurde nocheinmal aufgegriffen, eigene Fremdheitserfahrungen aufgrund von möglichen Umzügen thematisiert und ein kleines Geschenk gebastelt, das ein fremdes Kind weiterverschenkt werden kann.

Der Gottesdienst ging mit einer beeindruckenden Aktion zu Ende: Zum Lied „Imagine“ von John Lennon hatte Sebastian Krieg einen Flashmob organsiert: Immer mehr Personen standen auf und sangen bei diesem Lied mit, das mit den Zeilen endete: „Vielleicht nennst du mich einen Träumer, aber ich bin nicht der einzige. Ich hoffe, dass du eines Tages dazugehören wirst und die Welt eins sein wird“ -  eine eindrückliche Botschaft.

Nach dem Gottesdienst nutzen viele Besucher das gemeinsame Mittagessen um über das Gehörte und Gesehene miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Impulsgottesdienst 8. März 2015

Impulsgottesdienst: "So wahr mir Gott helfe!"

Wie stehen Politiker zum Glauben, sind sie gar über den Glauben zur Politik gekommen?

Dieser und anderen Fragen stellten sich Politiker aus Kommune, Land und Bund am gestrigen Sonntag beim Impuls-Gottesdienst in der Erlenhalle in Ruppertshofen.

Weitere Informationen unten im Bericht der Rems-Zeitung Schwäbisch Gmünd (zum Vergrößern anklicken) oder als PDF zum Download.

Bericht und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Remszeitung und vom freien Journalisten Alfred Pradel!