„Evangelisch im Schwäbischen Wald – miteinander unterwegs“

Distriktsgemeindetag in Täferrot

Anlässlich der Visitation durch Dekanin und Schuldekan luden die evangelischen Kirchengemeinden Eschach, Göggingen-Leinzell, Ruppertshofen, Spraitbach und Täferrot zu einem ersten Distriktstag ein.

Der gemeinsame Tag begann mit einem Distriktsgottesdienst in der Afrakirche in Täferrot. Den Gottesdienst gestalteten Pfarrerin Elfi Bauer aus Eschach und Pfarrer Friedemann von Keler aus Täferrot zusammen mit Musikern der Posaunenchöre aus Tierhaupten und Eschach. In seiner Predigt zu einem Text der Wüstenwanderung des Volkes Israels betonte Pfarrer von Keler, dass in den Übergangszeiten der „Wüste“, das „nicht mehr“ und „noch nicht“ gelte: Wie das Volk Israel in dieser Übergangszeit, so machen auch wir in unserem persönlichen Leben, im Leben der Gesellschaft und der Kirche Erfahrungen der Klage und des Zorns, aber auch der Ermutigung und eines neuen Aufbruches. Dekanin Ursula Richter bedankte sich in ihrem Grußwort für die vorbildliche Zusammenarbeit im Distrikt und ermunterte die Gemeinden, neue Wege in der Zukunft zu gehen.

Zeitgleich zum Erwachsenengottesdienste luden Kindergottesdienstmitarbeitende aller Gemeinden zu einem gemeinsamen Kindergottesdienst in den Täferroter Gemeindesaal ein: In fröhlicher Runde konnten die Kinder die biblischen geschichte der „Speisung der 5000 Menschen durch Jesus“ nacherleben. Im Anschluss an die Gottesdienste stellten die fünf Kirchengemeinden ihre gemeinsamen Projekte in der Werner-Bruckmeier-Halle vor: Die Besucher bekamen Informationen zum gemeinsamen Konfi-Camp, der ChurchNight, dem Wanderprojekt „Ich bin dann mal unterwegs …“, der Mobilen Kirche und der Seniorenfreizeit mit und ohne Koffer, die mit Plakaten und einer Ton-Bild-Schau präsentiert wurden. Bei strahlendem Sonnenschein konnte auch die Mobilie Kirche besichtigt werden. Die Kirchenchöre aus Eschbach, Göggingen und Täferrot unterhielten die zahlreichen Besucher mit ihren Liedbeiträgen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurden die Besucher über die Bildung einer Gesamtkirchengemeinde Schwäbischer Wald informiert: Die Kirchengemeinderatsgremien schlagen die Bildung einer „Gesamtkirchengemeinde light“ vor, bei dem die einzelnen Kirchengemeinden mit ihrem Vermögen, Immobilienbestand und dem Haushalt völlig selbstständig bleiben. Die bisher freiwillige Zusammenarbeit der Pfarrerschaft und die gemeinsamen Projekte jedoch sollen aber in Zukunft – unabhängig von den jeweiligen Akteuren – verbindlich gelten. Um dies bewerkstelligen zu können, bedarf es aber der organisatorischen Form der Gesamtkirchengemeinde, die selbst eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes bildet, was der Zusammenschluss in einem Distrikts nicht leisten kann. In kleinen Gesprächsgruppen konnten sich die anwesenden Gemeindeglieder über die Chancen aber auch ihre Befürchtungen zu diesem Vorhaben austauschen. Mehrheitlich wurden die Chancen einer verbindlicheren Zusammenarbeit genannt: Dadurch würden klare Strukturen geschaffen, die eine Entlastung der Verantwortlichen mit sich brächten. Gemeinsam könne man viel mehr bewegen, wie die bisherige Zusammenarbeit schon zeige. Aber auch Befürchtungen, wie ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand oder der Verlust der eigenen Identität wurden genannt. In ihrem Schlusswort bedankten sich Dekanin Ursula Richter und Schuldekan Dr. Harry Jungbauer bei den Organisatoren des Tages und bei allen Teilnehmenden: Kirche auf dem Land sein sehr lebendig und gemeinsam könne man auch die Herausforderungen der Zukunft, die beispielsweise durch die Kürzung der Pfarrstellen im Schwäbischen Wald durch den Pfarrplan 2024 kämen, auch bewältigen. Als kleines Symbol des Zusammenwachsens überreichten die beiden den Pfarrern und der Pfarrerin jeweils eine Pflanze – diese, in den Boden gesetzt, wachsen über kurz oder lang zusammen.