„Der Wein macht das Herz fröhlich“

Weinprobe mit
Martin und Käthe Luther

Ruppertshofen-Hönig: Die evangelische Kirchengemeinde Ruppertshofen lud zu einer Weinprobe der besonderen Art ein: 

Im Höniger Dorfhaus begrüßten der Beutelsbacher Pfarrer Rainer Köpf und seine Ehefrau Mechthild Köpf als Martin und Käthe Luther die Gäste mit dem Lied „Die beste Zeit im Jahr ist mein“ und entführten die Anwesenden sofort in die Welt des berühmten Reformators. Martin solle den Wein für die Hochzeit seiner Nichte zusammenstellen, was er als bekennender Genussmensch gerne tat: „Wenn Gott den Rheinwein und den Karpfen erschaffen hat, dann darf ich ihn wohl gerne trinken und davon essen,“ soll er gesagt haben. So werden die interessierten Gäste zu wichtigen Stationen des Lebens Martin Luthers mitgenommen und konnten diese sinnlich in Form der Weine genießen: Luthers Hauptwohnort Wittenberg, wo er mit seiner Frau Katharina von Bora im Schwarzen Kloster lebte und täglich bis zu vierzig Gäste bewirtet wurden, konnten die Gäste mit einem vollmundigen Spätburgunder aus der Wittenberger Gegen kennenlernen. Als junger Mönch reiste Martin Luther im Auftrag seines Klosterordens nach Italien, von wo der zweite Wein – ein Lagrein aus dem Südtiroler Kloster Neustift stammte. Auf dem Rückweg hat es sicher auch in unserer Gegend Halt gemacht, weshalb die Gäste einen Württemberger Schillerwein aus der Remstalkellerei ins Glas gefüllt bekamen. Zeitlebens schwärmte Luther von seinem Studienort Erfurt, aus dessen Nähe ein Traminer zur Verkostung kam. Zuletzt durften alle Luthers Lieblingswein, einen Malvasier, eine süße Spätlese aus Rheinhessen in der Nähe von Worms, kosten. Von diesem Wein soll er nach seinem bekannten Auftritt vor dem Kaiser auf dem Wormser Reichstag noch am Abend mehrere Gläser getrunken haben. Im Laufe des Abends wurde so ein Stück Geschichte und die Botschaft Martin Luthers, dass der Mensch allein aus Gnade vor Gott gerecht dastehe, lebendig. Die beiden Hauptakteure des Abends verstanden es gekonnt bei den Gästen das Ehepaar Luther und ihre Zeit lebendig werden zu lassen. Besonders die Gesangseinlagen, die Rainer Köpf mit seinem Akkordeon begleitete, wirken sehr eindrücklich. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ klang ein sowohl lockerer geselliger, wie auch informativ und zuweilen tiefgründiger Abend aus.