„Ich, der Nesenbach“
ein heiterer und beschwingter Nachmittag zum Herbstanfang

Wohl kaum einer kennt den Nesenbach, der in Stuttgart Vaihingen entspringt, quer durch die Landeshauptstadt fließt und in den Neckar mündet. Diese Tatsache hat sich der Schauspieler, Regisseur und Leiter des „Theaters am Fenster“ aus Stuttgart Boris Rodriguez Hauck zu Herzen genommen und ein heiter beschwingtes Stück über dieses unbekannte Gewässer geschrieben. Vor zehntausend Jahren entstanden, fließt der Nesenbach mit großem Gefälle durch Stuttgart. Schon im Mittelalter wurde er eher als Müllentsorger, denn als Lebensbringer benutzt. In der Neuzeit wurde er komplett als Abwasserkanal in die Tiefe verbannt und tritt aktuell vor allem in Verbindung mit der Baustelle des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart zu Tage. Doch seine Ufer haben auch berühmte Köpfe wie Friedrich Silcher, Königin Katharina, Frederic Chopin und Richard Wagner gesehen. Die einzelnen Episoden wurden durch Paul Ernst Knötzele von der Kulturscheune Zumhof bei Rudersberg am Klavier und Pia Sophie Stahl mit ihrem Gesang amüsant unterbrochen: So erklang Silchers „Ännchen von Tharau“, Chopins Revolutionsetüde und Wagners Ouvertüre zum Tannhäuser mit Pia Sophie Stahl am Horn zwischen den einzelnen Anekdötchen. Die drei Akteure hatten die über 40 Gäste im Vereinsraum durch ihre Bühnenpräsenz und die Qualität ihrer Darbietungen schnell in den Bann gezogen. Sie brachten die Zuschauer durch ihr komödiantisches Talent immer wieder zum Lachen und zu begeisterten Zwischenapplause. Das Zusammenspiel der drei auf der Bühne war eine Freude und eine gelungene Mischung aus Geschichten, die gekonnt mit Klaviermusik untermalt wurden und Gesangsstücken, als der Nesenbach von seinen Affären mit der Donau, der Wolga, dem Rio de la Plata und dem Nil. So trugen die drei Aufführenden zu einem gelungenen Nachmittag bei, der mit Kaffee und Kuchen, bewirtet vom Kirchengemeinderat, einen gemütlichen Rahmen hatte. Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und allen, die einen Kuchen gespendet hatten.