Saitenklänge bei Kerzenschein

In der Reihe Musik bei Kerzenschein konnten die Zuhörer in der voll besetzten Nikolauskapelle ein Konzert der besonderen Art erleben:

Hauptakteuer des Abends war Jörg Seibold aus Rudersberg – von Geburt an blind hat er sich im Alter von 18 Jahren das Geigenspielen selbst beigebracht. Zusammen mit Willi Abele aus Ruderberg musiziert er schon seit zwölf Jahren. Die beiden trugen ein Rondo für zwei Violinen des italienischen Komponisten Pietro Antonio Locatelli und ein Duo des französischen Komponisten Jacques Féréol Mazas vor. Während Willi Abele Jörg Seibold, wie er sagt, mit Musik „füttert“, erarbeitet sich der so Inspirierte sehr schnell die vorgeschlagenen Stücke, indem er sie nach dem Gehör auswendig lernt. Zusammen mit Nelli Neufeld (1. Violine) und Henning Diederichs (Violoncello) erklangen berühmte Stücke wie das Air aus der Suite D-Dur von Johann Sebastian Bach und der Kanon von Johann Pachelbel. Zu begeistern wusste Jörg Seibold auch mit der Gitarre, seinem dritten Instrument neben Violine und Bratsche. Mit seiner wohlklingenden Stimme, gefühlvoll begleitet mit der Gitarre trug er zwei irische und eine deutsche Ballade vor. Pfarrer Stephan Schiek, der zwischen den musikalischen Stücken besinnliche Texte zum Advent vortrug, bedankte sich im Namen aller Anwesenden bei den Musikern für das gelungene Konzert.

Musik bei Kerzenschein

Der Cellist Felix Thiedemann stellte bei der Musik bei Kernzenschein am 5. November 2016 sein Instrument auf beeindruckende Art und Weise vor. Im Mittelpunkt des Programms standen zwei Suiten für Cello-Solo aus der Feder Johann Sebastian Bachs. Der Interpret, der neben seinem pädagogischen und Konzertexamen auch ein Studium mit dem Schwerpunkt für historische Aufführungspraxis absolviert hatte, spielte auf einem Nachbau eines Cellos aus der Barockzeit: Dieses hat beispielsweise keinen Stachel, die Saiten sind nicht aus Edelstahl, sondern aus Darm. In virtuoser Weise erklangen die alten Tanzsätze der Suite III C-Dur und Suite IV Es-Dur und man merkte, dass Felix Thiedemann sein Instrument perfekt beherrscht. Zwischen den Sätzen trug Pfarrer Stephan Schiek besinnliche Texte unter der Überschrift „Vom Anfang im Ende“ vor, die zum Nachdenken über das Vergehen allen Lebens und der christlichen Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott einluden.