„Von der Freiheit – Martin Luther lesen“

Bericht über das Männervesper vom 13.03.17

„Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist“ – ganz in diesem Sinne fand am 13.03. das Männervesper statt, bei dem in gemütlicher Atmosphäre im Gemeindesaal heiße Würstchen, Brot und Käse verzehrt werden konnten. Nach dem Essen beschäftigten sich die 13 Männer, die teilgenommen hatten, mit Martin Luthers reformatorischer Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, die zum Reformationsjubiläumsjahr 2017 neu aufgelegt wurde und zusätzlich in leichter Sprache abgedruckt ist. Als Referent war der Schuldekan Dr. Harry Jungbauer zu Gast. Anfangs wurde in die Schrift eingeführt und die ersten beiden Thesen der Schrift besprochen. Anschließend wurden die Thesen diskutiert und lange beschäftigte uns die Frage, was eigentlich Freiheit bedeutet und was für Luther an dieser Freiheit denn das Entscheidende war. 

Nach dem Abschluss der Diskussion neigte sich der Abend mit einem gemütlichen Ausklang und einigen Gesprächen auch schon dem Ende zu. 

„Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch“ Ausflug zur Grabkapelle auf dem Rotenberg

Bei bestem Frühlingswetter machte sich am Samstag, den 30 April eine kleine Gruppe aus Ruppertshofen mit dem Dorfauto auf den Weg in Richtung Landeshauptstadt: Vor den Toren Stuttgarts ließ König Wilhelm I auf dem Rotenberg, auf dem einstmals die Stammburg der Württembergischen Grafen stand, in den Jahren 1820 bis 1824 für seine verstorbene Ehefrau Königin Katharina eine Grabkapelle errichten.

Vor der Führung konnten sich die Kinder bei einer kleinen Runde durch die Egelseer Heide auf zwei Spielplätzen austoben und somit auch genügend Appetit für das Mittagessen in einem wunderschönen Panoramarestaurant sammeln.

Die Gruppe wurde von der Führerin zusammen mit der „Kirchenmaus Amalie“ – einer kleinen Handpuppe – begrüßt und musste schon an der Eingangstüre das erste Rätsel lösen: Die Kapelle besitzt zwei verborgene Schlüssellöcher, die nach einigem Raten auch gefunden wurden und somit die schwere Türe aufgeschlossen werden konnte.

Im Hauptraum der Kapelle erfuhren die interessierten Kinder von der ehemaligen Burg und dem Leben Königs Wilhem I und seiner Frau Katharina, einer Zarentochter aus Russland. Beide waren im Volk sehr beliebt, da sie im Jahr 1815, dem Jahr ohne Sommer aufgrund eines gewaltigen Vulkanausbruchs in Indonesien, die stärkste Not der Bevölkerung linderten und als Dankbarkeit über die überwundene Hungersnot im Jahr 1818 das erste Volksfest in Bad Cannstatt einführten. Leider starb Königin Katharina schon bald darauf, weshalb der untröstliche König die Grabkapelle, die noch heute eine russisch-orthodoxe Kirche ist, errichten ließ. Neben dieser Geschichte wurde der Alltag der damaligen Zeit lebendig, die Kirchenmaus führte die Gruppe in das Gewölbe und in die Gruft der Kapelle, wo heute noch die steinernen Särge des Königspaares zu sehen sind. Nach so viel Wissen über die Geschichte unserer Heimat konnten sich alle mit einem Eis stärken, bevor die Heimreise angetreten wurde.

Luther - Melanchthon – Brenz –
und das reformatorische Festmahl der Katharina von Bora

Worüber hätten sich die drei berühmten Reformatoren Martin Luther, sein engster Mitarbeiter Philipp Melanchthon und der Württemberger Reformator Johannes Brenz aus Schwäbisch Hall wohl unterhalten, wenn Sie gemeinsam am Tisch von Luthers Frau Käthe zusammengesessen wären? Diese Idee lag dem Abend des reformatorischen Festmahls zugrunde, das das Kreuz und quer Team im evangelischen Pfarrhaus veranstaltete. In verschiedenen Sprechszenen haben die interessierten Gäste einen Einblick in die Themen eines möglichen Tischgesprächs der Reformatoren bekommen: Dass es allein auf den Glauben an Gott ankomme, sich daraus ein Eintreten für Benachteiligte entwickle, die Jugend und das gemeine Volk durch Schulen eine Bildung erfahren müsse und „ein Christenmensch ein freier Herr aller Dinge“ sei – war den disputierenden Männern besonders wichtig. Erstaunt mussten sie zur Kenntnis nehmen, dass auch die Frauen diese Rechte für sich gleichermaßen in Anspruch nehmen. Mit diesen erfundenen Szenen des Tischgesprächs hat der Ditzinger Schuldekan Dr. Andreas Hinz einen humorvollen Zugang zu zentralen Themen der Reformation geschaffen und einen gekonnten Bogen zur heutigen Zeit geschlagen. Dargeboten wurde das Gespräch von Mitarbeitenden der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde – umrahmt durch ein köstliches mittelalterliches Menü mit Graupensuppe, Schweinebraten, Bratäpfel, Lutherbier und kräftigen Rotwein aus der Nähe von Wittenberg. Die Gäste und Mitarbeitende zugleich genossen an der liebevoll gedeckten Festtafel einen sinnlichen und unterhaltsamen Abend.