Seniorenfreizeit ohne Koffer

Gerold Bauer schreibt am 11. Oktober über die die 20. Senioren-Freizeit „Urlaub ohne Koffer“ in der Rems-Zeitung:

Aktive Senioren fühlen sich gut

Erika Englert leitet seit 20 Jahren bei „Urlaub ohne Koffer“ die Gymnastik-Einheiten.

Seit 20 Jahren bietet die evangelische Kirche in Ruppertshofen "Urlaub ohne Koffer" an

Die meisten Menschen wünschen sich, ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Wenn aber der Partner oder die Partnerin nicht mehr da unddie eigene Mobilität schon stark eingeschränkt sind, droht dann oft die Vereinsamung. Die seit20 Jahren angebotene Seniorenfreizeit "Urlaub ohne Koffer" ist ein Stein im Mosaik, um dem Alleinsein entgegen zu wirken.

Seit Oktober ist das Ehepaar Lisa und Janis Fels im evangelischen Kirchendistrikt Schwäbischer
Wald im Dienst - sie als Vikarin in der Kirchengemeinde Göggingen/Leinzell und er als Vikar in der Kirchengemeinde Spraitbach/Ruppertshofen. Bei der Morgenandacht, die im Urlaub ohne Koffer
stets den Tag einläutet, dankten die beiden jungen Geistlichen Gott dafür, dass es in dieser Welt so viele Glaubensgeschwister gibt und dass sich Menschen gegenseitig unterstützen.

„Es ist schön, füreinander Zeit zu haben und bei Gesprächen an den Tischen auch von den Erfahrungen der älteren Generation etwas mitzunehmen!“ Wie wertvoll ein Miteinander und gegenseitige Hilfe sind, lernte das Vikar-Ehepaar während ihres Studienaufenthalts in Tansania kennen. „Wir haben dort viele Menschen getroffen, die sehr wenig haben und dennoch zufriedener sind, als so mancher Bürger in einem vom Wohlstand geprägten Land in Europa!“ In Wort und Bild ließen Lisa und Janis Fels die Teilnehmerinnen und den einen Teilnehmer der 20. "Urlaub ohne Koffer"-Freizeit in der Kirchengemeinde Ruppertshofen an 'ihren Erlebnissen in Afrika teilhaben.

Nach der Morgenandacht und einem Brezel-Frühstück beginnt das Bewegungs- und Gedächtnistraining. Nachmittags gibt es in der Erlenhalle ein Unterhaltungsprogramm.

Auch das freiwillige Engagement der Helferinnen. die sich zum Beispiel um die Bewirtung kümmern oder Programmpunkte gestalten, ist von einem Geben und Nehmen geprägt, bestätigte ein Mitgliedglied des Bewirtungsteams. Eine ehemalige Geschäftsfrau beispielsweise hatte sich eine Schürze umgebunden und sorgte gemeinsam mit anderen Frauen aus dem Dorf dafür, dass die Veranstaltungsteilnehmer heißen Kaffee und frische Butterbrezeln auf dem Tisch hatten. Man gebe den Menschen auf diese Weise etwas - und bekomme etwas zurück! Jene Dankbarkeit, die ein Lächeln oder ein Händedruck beinhalten) seien der schönste Lohn aller Ehrenamtlichen beim „Urlaub ohne Koffer“. Manche machen das schon seit 20 Jahren. Erika Englert zum Beispiel, die dazu animiert, dass sich die alten Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegen auch wenn manchmal das Heben der Arme oder Beine am Anfang noch wehtut. Auch Rose Berroth brachte die Teilnehmerinnen sportlich in Schwung. Damit es den Seniorinnen und Senioren leichter fällt, bei den Übungen ihr Gleichgewicht zu halten, werden Stühle I als Abstützmöglichkeit und „Sportgerät“ eingesetzt. Ausbalanciert ist auch das Programm, in dem es einerseits die Inspiration durch geistliche Worte gibt, andererseits auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommt. „Das war wunderbar“, schwärmte zum Beispiel Rita Hägele vom Auftritt des Streichorchesters unter der Leitung des ehemaligen Täferroter Rektors Eberhard Junker. An einem anderen Tag in dieser Jubiläumswoche lieferte die Rentnerband aus Spraitbach den Rhythmus für eine Polonaise und das eine oder andere Tänzchen. Und Akkordeonspieler Eugen Stall griff zur Freude der alten Leute kräftig in die Tasten seiner „Quetsche“. Einen bunten Nachmittag mit viel Bewegung gestaltete Cornelia Kunzmann. Gaby Schöffler und Heidi Kratochwille machten im Rahmen des Programms ein gezieltes Gedächthistraining. „Solche Aktivitäten sind wichtig, weil dadurch im Gehirn Verknüpfungen entstehen und so manche scheinbar vergessene Erinnerung plötzlich wieder wach wird!", weiß Heidi Kratochwille aus langjähriger Erfahrung.

„Ein Gedächtnistraining für Senioren muss lustig und unterhaltsam sein.
Und jeder sollte aktiv dabei sein und selbst etwas erzählen!“

Heidi Kratochwille