Brücken statt Mauern bauen

Begegnungsreise nach Argentinien

In den Osterferien veranstaltete die unsere Kirchengemeinde eine Begegnungsreise nach Argentinien. Dort wurden drei kleine evangelische Kirchengemeinden, die der aus Hönig stammende Pfarrer Reiner Kalmbach betreut, besucht und die langjährigen Kontakte vertieft. Besonders beeindruckt war die neunzehnköpfige Reisegruppe, die Pfarrer Stephan Schiek begleitete, von der großen Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der die Gäste aus Deutschland empfangen wurden. Die Gemeinden in Allen in der patagonischen Provinz Rio Negro und San Martin de los Andes sowie San Carlos de Bariloche im Andengebiet freuten sich sehr auf den Besuch aus der alten Heimat ihres Pfarrers: Die Reiseteilnehmer waren in Gastfamilien untergebracht, sie sich rührend um das Wohl ihres Besuches kümmerten. In allen drei Gemeinden fanden gemeinsame Begegnungsabende statt, bei denen das landestypische Assado, Grillfleisch vom Holzkohlefeuer, nicht fehlen durfte.

Höhepunkte der Reise waren die Gottesdienste an Palmsonntag, Karfreitag und Ostersonntag. Über die Sprachgrenzen hinweg wurde Gemeinschaft im gemeinsamen Singen, Beten und Feiern des Abendmahls deutlich. Als Gastgeschenk überreichte die Gruppe aus Deutschland eine von Maria Feuchter aus Tierhaupten selbstgestaltete Kerze mit der biblischen Jahreslosung für das Jahr 2018 und einen dazugehörigen Kerzenständer, den Schreinermeister Willy Weigle aus Ruppertshofen gedrechselt hatte. Zum Gemeindebesuch gehörte auch die Information über die sozialen Projekte, die der Freundeskreis Rio Negro durch seine Spenden unterstützt. In Allen konnte das kleine private Altersheim der dortigen Kirchengemeinde besichtigt werden. In Bariloche wird ein auf privater Initiative entstandenes Frauenhaus mitfinanziert: Dort gibt es täglich ein Mittagessen für Kinder v.a. alleinerziehender Mütter, Spiel- und Bastelangebote sowie eine erste Anlaufstelle für Frauen, die mit ihren Kindern wegen häuslicher Gewalt Schutz und Hilfe suchen. Im letzten Jahr wurde ein professioneller Backofen angeschafft, mit dem die Frauen ihre eigene Bäckerei betreiben wollen und somit selbst zur Finanzierung ihrer Arbeit beitragen.

Neben den zahlreichen Begegnungen blieb für die Reisegruppe auch noch Zeit, das Land bei Tagesausflügen in die Umgebung der Gemeinden kennenzulernen: Rundfahrten durch das Andengebiet, der Besuch eines Kreuzweges, die Fahrt auf der Sieben-Seenroute sowie der Besuch einer Pinguinkolonie an der Atlantikküste und ein Kurzaufenthalt in der Hauptstadt Buenos Aires rundeten das Programm ab. Durch die neuen Eindrücke und die herzlichen persönlichen Kontakte hat die Reise bei allen Teilnehmern den Horizont geweitet und dazu beigetragen, dass es vielmehr notwendig ist, dass Brücken anstatt Mauern zwischen Menschen und Ländern gebaut werden, um die Herausforderungen unserer Tage zu meistern.